Woodpeckar

Gedachtes, Erlebtes, Vermischtes

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Über den Wolken …

Verfasst von woodpeckar am Sonntag, 28. Juni 2009

Wenn man auf den Aussichtsberg der bayerischen Alpen schlechthin, den Wendelstein, fahren möchte, fördert schönes Wetter und klare Fernsicht den Genuß des Panoramas nicht unerheblich.

Die Sonderfahrten der IGS mit dem historischen S-Bahnzug ET 420 001 sind einer längeren Planung unterworfen, das “richtige” Wetter wird nicht automatisch zum Bestandteil des Fahrplans.
Auf den ersten Blick hatten wir bei der gestrigen Fahrt nach Brannenburg mit Anschluss an die Zahnradbahn auf den Wendelstein nicht das geeignete Wetter.
Wenn man aber zwischendurch von der Aussichtsplattform des Wendelsteinhauses die übers Tal ziehenden Wolkenfetzen von oben betrachten kann, oder inmitten von Nebel und Dunst einen klaren Tunnelblick zur Wendelsteinkirche erhaschen kann, dann wird der Ausflug dennoch zum Ereignis.

Noch nie davor hatte ich selbst erlebt wie innerhalb Sekunden eine undurchsichtige Nebelwand verschwindet oder die Umgebung ebenso plötzlich in ein nicht zu durchdringendes Grau gehüllt ist.

Die gute Stimmung der Teilnehmer blieb auf der Hin- und Rückfahrt ungetrübt. Hier tragen immer wieder die Vereinsmitglieder, die in ihrer Freizeit die Fahrgäste der Sonderfahrten betreuen, einen großen Anteil.
Stets freundlich, mit viel Humor und nicht weniger Engagement ausgestattet sind sie ein Erkennungsmerkmal der Exkursionen mit dem Olympia-Triebzug von 1969.

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Auf den letzten Drücker …

Verfasst von woodpeckar am Sonntag, 17. Mai 2009

Schon im Februar hatte mir mein Chef einen Tipp für die Ausstellung von William Egglestone im Haus der Kunst gegeben. Wissend, dass die Ausstellung noch bis 17.05.2009 dauert, schob ich den geplanten Kulturgenuss immer wieder vor mir her. Und das trotz der freundlichen Öffnungszeiten bis 22:00 Uhr.

Heute, also am letzten Tag, habe ich den Besuch endlich geschafft. Erstaunlich, dass an einem Sonntagvormittag so viele Interessierte in die großzügig gestalteten Räume fanden.

Die Visite hat sich auf alle Fälle gelohnt. Ungewöhnliche Motive aus ungewöhnlichem Blickwinkel und brilliante Farben der Dye-Transfer-Prints sorgen beim Amateur durchaus für Inspiration.
So manches Motiv lässt schmunzeln, besonders wenn der makellose Schein des Motivs von der abgebildeten Wirklichkeit abweicht.
Und besonders bei den in Graceland entstandenen farbenprächtigen Aufnahmen mit ungeahnter Detailfülle fragt sich der Amateur sehr oft: “Wie hat er das bloß gemacht?”.
Für mich war unter anderem auffällig, dass in mehreren Ausstellungsstücken Waffen das Hauptmotiv waren oder es im Hintergrund ergänzten. In Beschreibungen von Egglestones Werken findet dies aber keine besondere Erwähnung. Seiner Darstellung des Alltäglichen bleibt er somit treu.

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Dorfgemeinschaft

Verfasst von woodpeckar am Dienstag, 21. April 2009

In unserem Dorf wird die Durchgangsstraße erneuert. Davon ist auch der Linienverkehr betroffen, die Haltestellen in der Hauptstraße können von den Bussen nicht angefahren werden. Eine Ersatzhaltestelle abseits des Baugeschehens wurde eingerichtet.

Dort wo gewartet wird, wird üblicherweise auch geraucht. An Haltestellen fliegt der Kippenrest dann häufig auf die Straße. An der Ersatzhaltestelle hat irgend jemand eine glorreiche Idee umgesetzt. In beiden Richtungen stehen auf Holzblöcken große sandgefüllte Blumentöpfe. Unauffällig, ganz ohne bissiges Hinweisschild – und sie werden genutzt.

Irgendwie Spitze …

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Volles Programm

Verfasst von woodpeckar am Samstag, 11. April 2009

Montag morgen war etwas früher als gewöhnlich aufstehen angesagt. In Frankfurt/Main stand eine Besprechung an. Kurz nach 10 Uhr sollte der ICE meine Kollegin und mich am Zielbahnhof verabschieden. Fahrplanmäßig.

Kurz vor Ingolstadt war bei Reichertshofen erstmal Stillstand angesagt. Ein Personenunfall mit einem der Züge vor uns machte eine Streckensperrung notwendig. In solchen Fällen kann das auch durchaus länger dauern. Nach einer knappen Stunde und ohne belastbare Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden würde, entschloss man sich den Zug nach München zurückfahren zu lassen und es über die Ausweichstrecke Augsburg – Treuchtlingen in Richtung Nürnberg erneut zu versuchen. Für die Fahrgäste, die nach Ingolstadt wollten, hielten wir in Pfaffenhofen, ab dort sollte ein Schienenersatzverkehr fahren. “Vorsicht, der Bahnsteig ist nicht für den ICE vorgesehen und sehr tief” wurden die Aussteigenden gewarnt.

Gegen neun Uhr waren wir wieder in München (Erwähnte ich, dass ich extra früher aufgestanden bin, um den Zug sicher zu erreichen?) und nahmen kurz darauf erneut Anlauf Richtung Nürnberg. Aus dem Umweg über Augsburg – Treuchtlingen wurde aber nichts, die Strecke über Ingolstadt war just zum Zeitpunkt der erneuten Abfahrt aus München wieder freigegeben worden und wurde deshalb als schnellste Verbindung wieder von unserem Zug befahren. Zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft erreichten wir dann doch noch die Mainmetropole.

Nach der kurzen aber effizienten Besprechung planten wir mit dem in Frankfurt erreichten ICE kurz nach acht wieder in München einzutreffen. Die  planmäßigen 15 Minuten bis zu meiner S-Bahn könnten aber im Fall des Falles knapp werden, unkte ich.

Aschaffenburg war vorbei, wir näherten uns Würzburg – und standen. “Personen im Gleis” war diesmal der Grund für einen Aufenthalt, der meinen 15 Minutenvorrat auf läppische ”im besten Fall weniger als 5 Minuten” zusammenschrumpfen ließ.

Aber noch bevor wir in Würzburg am Bahnsteig standen, stellte sich heraus, dass unser Zug wegen eines Böschungsbrandes nicht den direkten Weg von Würzburg nach Nürnberg nehmen konnte, sondern über Ansbach umgeleitet werden würde. Daraus wurde uns eine Verspätung von ungefähr 40 Minuten prognostiziert (also für mich die S-Bahn eine Stunde später, denn um diese Zeit wird der westliche S-Bahn-Endpunkt nur noch stündlich angefahren).

Unmittelbar vor Einfahrt in den Münchner Hauptbahnhof standen wir noch ein klein wenig an der Donnersberger Brücke, die Störungen hatten so ziemlich alle Züge, die München ansteuerten oder verließen, durcheinander gebracht und für uns war daher wohl gerade kein Platz im Bahnhof.

Insgesamt dreieinhalb Stunden Verspätung – für die ich der Bahn keine Schuld gebe – ließen meine Kollegin und mich zu dem Schluss kommen, dass uns unser Chef zukünftig wohl höchstpersönlich zu Terminen chauffieren würde, das könnte billiger werden, als uns allein der Bahn zu überlassen. :-)

Trotz der Umstände war der Tag angenehm, die Zugbegleiter gaben sich wirklich Mühe, die Fahrgäste zu informieren, über Anschlüsse auf dem Laufenden und mit antialkoholischen Freigetränken im Bistro erfolgreich bei Laune zu halten.

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Antriebsschwäche

Verfasst von woodpeckar am Freitag, 10. April 2009

Wenn so plötzlich der Winter durch Frühlingswetter abgelöst wird, kann man verstehen, dass bei einigen die Frühjahrsmüdigkeit aktiv wird.
Nach Möglichkeit nicht bewegen und keine vermeidbare Hast an den Tag legen … Es wird sich auch für jeden Frühjahrsmüden ein Plätzchen zum Liegenbleiben finden.

Die Schwierigkeiten, die “Madame” morgens auf dem Weg zum Bahnhof machte, deuten aber eher auf technische Getriebeprobleme hin. Nachdem hier das Spektrum von “kleiner Fehler” bis hin zu “unbezahlbar” geht, bin ich gespannt, was die Werkstatt meines Vertrauens nach Ostern als Ursache ermittelt …

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connection reset by peer

Verfasst von woodpeckar am Dienstag, 7. April 2009

Ein Server im Netzwerk beendet unerwartet die Verbindung. Das ist nicht spektakulär oder außergewöhnlich, auch wenn man meist nicht sofort weiss, warum. 
Ich konnte erfahren, dass sich sowas durchaus auch bei der Verbindung zu Personen ereignet.

Wohl oder übel werde ich mich daran gewöhnen (müssen).  :(

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Verständnis

Verfasst von woodpeckar am Donnerstag, 19. Februar 2009

Aus Respekt vor meinen Schulungsteilnehmern verzichte ich in der Regel nicht auf Anzug und Krawatte, wenn ich mal wieder Unterricht halte.
Unter Berücksichtigung einer nicht unerheblichen Anzahl Teilnehmerinnen bei der heute begonnenen Schulung hielt ich Sakko und offenen Hemdkragen aber für durchaus angemessen. Das vorhandene Gewaltpotential bei meinen Kolleginnen, kombiniert mit vielfach begründbaren Rachegelüsten mir gegenüber, hätte vermutlich dazu geführt, dass das gute Stück nicht nur abgeschnitten, sondern in feine Streifen zerlegt worden wäre. :-)

Aber man zeigte Verständnis. Die Entschädigungsbussis habe ich dadurch natürlich nicht bekommen … ;-)

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Strapazen

Verfasst von woodpeckar am Samstag, 31. Januar 2009

Chaotische Verhältnisse auf allen Fernstraßen sind regelmäßig die Folge des Ferienreiseverkehrs.
Für den wenige Stunden andauernden Warnstreik einiger Bahnmitarbeiter wurde das große Bahnchaos erwartet. So richtig chaotisch wurde es, als im Anschluss an den Streik am Münchner Ostbahnhof ein Stellwerk ausfiel.
Drei Schneeflocken, die vom Wetterdienst Tage vorher angekündigt werden, produzieren, wenn sie gleichzeitig fallen, unmittelbar ein Schneechaos.
Dem Feuerwehreinsatz im S-Bahnhof Marienplatz und der damit verbundenen Sperrung der Münchner S-Bahn-Stammstrecke folgt ein Chaos im Berufsverkehr.
Nebel am Vormittag, mittags Sonne und abendlicher Regen zeugt von einem Wetterchaos.
Nächsten Dienstag werden U-Bahn, Bus und Tram in München mit Warnstreiks bedacht, und es ist deswegen mit einem Verkehrschaos in der Stadt zu rechnen.
Für die Zeit während der Münchner Sicherheitskonferenz Ende nächster Woche wird der Stadt der Untergang im dramatischen Chaos prophezeit.
Die Zapfsäule einer Tankstelle, die unabhängig von der Tankmenge nur fünf Euro vom Konto abbucht, führt zu einem Tankchaos.

there is a dck in my glas ...

there is a duck in my glas ...

    
Sobald irgend etwas in unserer übergeordneten Welt nicht mehr unseren Erwartungen entspricht, finden wir uns unmittelbar im Chaos wieder. Die Chance, an den normalen Herausforderungen des täglichen Lebens zu wachsen und sich dadurch weiter zu entwickeln, ist vertan. 
Und sollte an irgendeiner Stelle tatsächlich ein komplexes System versagen, versagt damit aber auch die Möglichkeit einer Steigerung.

Auf Dauer wird die Strapazierung chaotischer Verhältnisse ziemlich strapaziös.

Dieses Erlebnischaos muss dann auch erst mal verarbeitet werden können …

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Sprachgenuss

Verfasst von woodpeckar am Montag, 12. Januar 2009

Ich liebe die Sprache und das Spiel mit Worten. Es macht mir Spaß, mit mehrdeutigen Formulierungen zu argumentieren und im Bedarfsfall das Geschriebene schlüssig ganz anders zu interpretieren.
Penible Rechtschreibung ist aber nicht mein Hobby und so sehe ich auch anderen Fehler gerne nach.

Immer wieder finden sich Rechtschreibfetischisten, die Rechtschreibfehler anderer anprangern und den Erzeuger des Fehlers der allgemeinen Lächerlichkeit preisgeben. Durch die gewählte Fehlerbezeichnung wird der Getroffene gern auch zum “Deppen” erklärt und seine Fehlbarkeit in Wort und – besser noch - in Bild dokumentiert.

Im Gegensatz zu den oben genannten Praktiken im Umgang mit Rechtschreibfehlern anderer gibt MaHa heute eine Lektion in Rechtschreibung, die wahrlich meisterhaft ist.
Ohne erhobenen Zeigefinger, von der ersten bis zur letzten Silbe ein Genuss zu lesen, eine Bereicherung des Wissens und Antrieb, das Gelesene umzusetzen und einzuhalten!

Liebe Rechtschreibfetischisten: So geht das!

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Buch des Jahres

Verfasst von woodpeckar am Donnerstag, 1. Januar 2009

Im wahrsten Wortsinn etablierte sich München U-Bahn Album von Florian Schütz zu meinem Buch des Jahres 2008.
Irgendwo im Hinterkopf das Wissen um ein Buchprojekt, verwies ein Gästebucheintrag auf U-Bahn München auf die Buchhandlung Hugendubel, wo das Buch für Frühsommer 2008 angekündigt wurde. Auch der Kontrollbesuch auf der Homepage des Verlags zeigte den Frühsommer als voraussichtlichen Zeitraum der Herausgabe. 
Die Prognosen verschoben sich immer weiter in Richtung Spätsommer, um irgendwann bei November stehen zu bleiben. Mein Exemplar, beim Verlag bestellt, konnte ich dann auch tatsächlich pünktlich in der ersten Novemberwoche mit Spannung durchblättern.

Zufälligerweise erreichte es mich zeitgleich mit einem aus anderer Quelle erstandenen Buch zur Münchner U-Bahn, zwar ebenfalls neu, aber bereits im Jahr 1971 herausgegeben: ”U-Bahn für München”.
Die Beschreibung vom Beginn des U-Bahnbaus und eine bilderreiche Darstellung dessen, was aus den Planungen gewachsen ist, trafen also aufeinander.

Der Autor Florian Schütz stellt im Textbereich seines Buches wieder sein enormes Wissen zur Münchner U-Bahn unter Beweis. Trotzdem ist der fundierte Text nur die Leitschnur und Füllung für die Sammlung von fantastischen Bildern aus dem Untergrund.
Die Darstellung gewöhnlicher U-Bahnhöfe als etwas Außergewöhnliches, die Blickrichtung auf unscheinbare Details, die Öffnung für die künstlerische Gestaltung und Betrachtung öffentlichen Verkehrsraums, mit Leidenschaft und Perfektion zusammengetragen, ist nicht nur für U-Bahn-Freunde interessant.

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