Oberlehrer auf Zeit
Verfasst von woodpeckar am Montag, 23. Juni 2008
Zwei- bis dreimal im Jahr darf ich in der Arbeit mal ganz anderes tun als das übliche Tagesgeschäft.
Wir haben ein relativ komplexes Verwaltungssystem, dessen Betreuung zu meinen Aufgaben gehört. Neue Kollegen schule ich dann in der Benutzung dieses Systems.
Leute, die man nur vom Namen oder gelegentlichen Telefonaten, bestenfalls von kurzen Visiten in der Firmenzentrale kennt, werden einem in diesen zwei Tagen doch etwas bekannter. Nicht nur das Pausengespräch, auch die gemeinsame Arbeit im Unterricht trägt dazu bei.
Wie sehr sich die Einschätzung von Menschen, die man also noch gar nicht richtig kennengelernt hat, nach einem zweitägigen persönlichen Kontakt verändern kann, ist immer wieder verblüffend.
Ich mache diese Schulungen recht gerne und mit viel Freude. Die Reaktionen der Teilnehmer während der Schulung sind schließlich nicht nur unmittelbare Rückmeldung über mein Tun, sondern auch eine enorme Motivation.
Wenn man den anonymen Bewertungsbögen Glauben schenkt, mache ich den Unterricht wohl auch gar nicht so schlecht.
Anderen die Chance des besser Kennenlernens zu geben, bevor ein teilweise abschreckend hartes Urteil gefällt wird, würde ich mir auch in anderen Bereichen wünschen, in denen zunächst ein überwiegend nur virtueller Kontakt besteht.









