Volles Programm
Verfasst von woodpeckar am Samstag, 11. April 2009
Montag morgen war etwas früher als gewöhnlich aufstehen angesagt. In Frankfurt/Main stand eine Besprechung an. Kurz nach 10 Uhr sollte der ICE meine Kollegin und mich am Zielbahnhof verabschieden. Fahrplanmäßig.
Kurz vor Ingolstadt war bei Reichertshofen erstmal Stillstand angesagt. Ein Personenunfall mit einem der Züge vor uns machte eine Streckensperrung notwendig. In solchen Fällen kann das auch durchaus länger dauern. Nach einer knappen Stunde und ohne belastbare Prognose, wann die Strecke wieder freigegeben werden würde, entschloss man sich den Zug nach München zurückfahren zu lassen und es über die Ausweichstrecke Augsburg – Treuchtlingen in Richtung Nürnberg erneut zu versuchen. Für die Fahrgäste, die nach Ingolstadt wollten, hielten wir in Pfaffenhofen, ab dort sollte ein Schienenersatzverkehr fahren. „Vorsicht, der Bahnsteig ist nicht für den ICE vorgesehen und sehr tief“ wurden die Aussteigenden gewarnt.
Gegen neun Uhr waren wir wieder in München (Erwähnte ich, dass ich extra früher aufgestanden bin, um den Zug sicher zu erreichen?) und nahmen kurz darauf erneut Anlauf Richtung Nürnberg. Aus dem Umweg über Augsburg – Treuchtlingen wurde aber nichts, die Strecke über Ingolstadt war just zum Zeitpunkt der erneuten Abfahrt aus München wieder freigegeben worden und wurde deshalb als schnellste Verbindung wieder von unserem Zug befahren. Zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft erreichten wir dann doch noch die Mainmetropole.
Nach der kurzen aber effizienten Besprechung planten wir mit dem in Frankfurt erreichten ICE kurz nach acht wieder in München einzutreffen. Die planmäßigen 15 Minuten bis zu meiner S-Bahn könnten aber im Fall des Falles knapp werden, unkte ich.
Aschaffenburg war vorbei, wir näherten uns Würzburg – und standen. „Personen im Gleis“ war diesmal der Grund für einen Aufenthalt, der meinen 15 Minutenvorrat auf läppische “im besten Fall weniger als 5 Minuten“ zusammenschrumpfen ließ.
Aber noch bevor wir in Würzburg am Bahnsteig standen, stellte sich heraus, dass unser Zug wegen eines Böschungsbrandes nicht den direkten Weg von Würzburg nach Nürnberg nehmen konnte, sondern über Ansbach umgeleitet werden würde. Daraus wurde uns eine Verspätung von ungefähr 40 Minuten prognostiziert (also für mich die S-Bahn eine Stunde später, denn um diese Zeit wird der westliche S-Bahn-Endpunkt nur noch stündlich angefahren).
Unmittelbar vor Einfahrt in den Münchner Hauptbahnhof standen wir noch ein klein wenig an der Donnersberger Brücke, die Störungen hatten so ziemlich alle Züge, die München ansteuerten oder verließen, durcheinander gebracht und für uns war daher wohl gerade kein Platz im Bahnhof.
Insgesamt dreieinhalb Stunden Verspätung – für die ich der Bahn keine Schuld gebe – ließen meine Kollegin und mich zu dem Schluss kommen, dass uns unser Chef zukünftig wohl höchstpersönlich zu Terminen chauffieren würde, das könnte billiger werden, als uns allein der Bahn zu überlassen.
Trotz der Umstände war der Tag angenehm, die Zugbegleiter gaben sich wirklich Mühe, die Fahrgäste zu informieren, über Anschlüsse auf dem Laufenden und mit antialkoholischen Freigetränken im Bistro erfolgreich bei Laune zu halten.









